In stiller Trauer um Ingeborg Friebe

Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Ingeborg Friebe, die am 11. August 2026 im Alter von 95 Jahren verstorben ist.

Mit ihr verliert Monheim am Rhein eine herausragende Persönlichkeit, eine überzeugte Sozialdemokratin und vor allem einen besonderen Menschen, der sich über viele Jahrzehnte mit großer Leidenschaft, Verantwortungsbewusstsein und Menschlichkeit für unsere Stadt, unser Land und unsere Gesellschaft eingesetzt hat.

Ingeborg Friebe trat bereits als junge Frau der sozialdemokratischen Bewegung bei und wurde 1950 Mitglied der SPD. Ihr politisches Wirken führte sie vom Engagement vor Ort über den Monheimer Stadtrat und den Rhein-Wupper-Kreistag bis in den Landtag von Nordrhein-Westfalen. Von 1976 bis 1997 war sie Bürgermeisterin unserer Stadt. Von 1990 bis 1995 stand sie als Präsidentin an der Spitze des nordrhein-westfälischen Landtags.

Besonders eng verbunden bleibt ihr Name mit dem Kampf um die Selbstständigkeit Monheims. Als sie 1975 erstmals in den Landtag gewählt wurde, waren Monheim und Baumberg im Zuge der kommunalen Neugliederung gerade nach Düsseldorf eingemeindet worden. Die Wiedererlangung der Selbstständigkeit wurde zu einem ihrer wichtigsten politischen Ziele. Nachdem die Eingemeindung nach Düsseldorf Ende 1975 für verfassungswidrig erklärt worden war, drohte Monheim nun die Zusammenlegung mit Langenfeld. Mit ihrem noch jungen Landtagsmandat warb Ingeborg Friebe beharrlich und über Parteigrenzen hinweg für ein selbstständiges Monheim. Bei der entscheidenden Abstimmung am 19. Mai 1976 setzte sich ihre Seite schließlich mit 103 zu 88 Stimmen durch. Einen Tag später war die Selbstständigkeit Monheims auch formal besiegelt. Ihr persönlicher Einsatz und ihre Entschlossenheit brachten ihr in der Bevölkerung den Beinamen „Mutter Courage“ ein. Die Eigenständigkeit unserer Stadt ist bis heute untrennbar mit ihrem Namen verbunden.

Auch als Bürgermeisterin hat Ingeborg Friebe Monheim entscheidend mitgestaltet. In ihre Amtszeit fielen zahlreiche wichtige Entwicklungen und Projekte, die das Leben in unserer Stadt bis heute prägen. Sie hat sich dabei nie nur als politische Amts- und Mandatsträgerin verstanden. Sie suchte den direkten Kontakt zu den Menschen, hörte zu, nahm ihre Anliegen ernst und blieb ansprechbar.

Ihre politische Haltung war klar, ihre Stimme deutlich und ihr Einsatz unermüdlich. Gleichzeitig begegnete sie den Menschen mit großer Herzlichkeit und Wärme. Diese Verbindung aus Stärke, Klarheit und Menschlichkeit machte Ingeborg Friebe zu einer Persönlichkeit, die weit über die Grenzen Monheims hinaus Anerkennung und Respekt genoss.

Für ihr außergewöhnliches Engagement wurde sie vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Großen Bundesverdienstkreuz mit Stern. Monheim am Rhein ernannte sie zur Ehrenbürgerin und Ehrenbürgermeisterin und verlieh ihr den Ehrenring der Stadt. Zu ihrem 90. Geburtstag wurde der zentrale Platz an der Monheimer Mitte nach ihr benannt – ein sichtbares Zeichen dafür, wie tief sie mit unserer Stadt verbunden war.

Doch heute denken wir vor allem an den Menschen Ingeborg Friebe. An ihre Herzlichkeit, ihre Stärke, ihre klare Stimme und an die vielen persönlichen Begegnungen, die bleiben werden.

Noch vor wenigen Monaten durften wir gemeinsam ihren 95. Geburtstag feiern. Umso schwerer fällt es uns, nun von ihr Abschied nehmen zu müssen.

Wir sind dankbar für alles, was Ingeborg Friebe für Monheim, für die Sozialdemokratie und für die Menschen in unserer Stadt und darüber hinaus geleistet und bewegt hat. Ihre Spuren bleiben – in unserer Stadt, in der SPD und vor allem in den Herzen der Menschen, die sie kennenlernen und mit ihr zusammenarbeiten durften.

Wir werden Ingeborg Friebe nicht vergessen.

Unser tiefes Mitgefühl gilt ihrer Familie und allen Angehörigen. Wir wünschen ihnen in dieser schweren Zeit viel Kraft sowie Menschen, die ihnen Trost, Halt und Zuversicht geben.

In stiller Trauer
SPD Monheim am Rhein

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